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Hokuspokus – The next Generation Erstklässler oder wie aus „i i i i i“ langsam „Wiwiwi“ wird

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Leute. 

Hey.

Ich bin`s mal wieder. 

„Wiwiwiwi“

Der mit dem Sprachfehler.

***wedelwedel***

Muss was loswerden.

(Nein, kein Häufchen, sondern ne Story)

Also sperrt die Lauscher auf und rückt die Brillen zurecht.

„Wiwiwi“

Als Allererstes muss ich euch erzählen, dass es mir bei den Ollen (Abkürzung für meine Erziehungsberechtigten) wirklich, wirklich gut gefällt! Die sind so nett! Und die freuen sich immer so, wenn sie mich sehen. Selbst wenn ich mal mitten auf dem Gartentisch sitze, winken sie mir noch freundlich von drinnen zu. Also sie wedeln ziemlich schnell mit den Armen und machen hektische Bewegungen. Ich glaube, sie haben mir auch was Nettes zugerufen, aber ich konnte es nicht verstehen, weil die eine Terrassentür zu war. Ich hab mich dann mal hingesetzt und brav gewartet, bis die Olle kommt und mir runter hilft. Hätte ich zwar auch alleine geschafft (bin ja schließlich auch alleine hoch gekommen), aber ich weiß, dass sie mich gerne trägt. Außerdem macht sie dabei so lustige Geräusche. Kennt ihr das, wenn man vollgefressen ist und sich dann die Schuhe binden soll? Solche Geräusche macht sie, wenn sie mich hochhebt. Ich find´s lustig. 

Brav warten bis die Olle kommt …

„Wiwiwiwi“

Und dann ist da noch meine Stimme. 

Der aufmerksame Leser wird es schon bemerkt haben. 

Meine Stimme hat sich jetzt schon bissl verändert. Ich mache nämlich gar nicht mehr dieses helle „ i i i i i i“, wenn ich aufgeregt bin, sondern „wiwiwiwi“! Das klingt schon viel seriöser! Und wenn ich einem meiner Kumpels Kontra gebe, dann kann ich schon ganz gezielt und dunkel „wiwiwi-en“. Voll cool. Ich nutze daher gerne mal Gelegenheiten, meine Kumpels auszuschimpfen, einfach weil´s so mega klingt. 

„Wiwiwiwiwi“

Eigentlich bin ich ja noch ein gaaaaanz kleiner Knopf. Gerade mal 13 Wochen jung. Aber ich hatte heute schon meinen ersten „richtigen“ Einsatz! Heute, am heißesten oder zumindest zweitheißesten Tag in der ganzen Woche. Toll. Egal. Ich fand´s super!

Ich durfte heute meine beiden Kumpels Leo und Litchi begleiten. Die hatten es heute früh ganz wichtig und sind immer um die Ollen rumgewuselt, als ob sie auf gar keinen Fall übersehen werden wollten. Ich hab mich von ihrer Freude einfach anstecken lassen und bin mit gewuselt. 

„Wiwiwiwi“

Wir waren mit dem Auto unterwegs und sind dann an einem Ort angekommen, an dem ich schon zweimal war. Da sind lauter nette Menschen! Jedes Mal wurde ich mit großer Begeisterung empfangen. Ein (erwachsener) Mann ist sogar vor mir auf die Knie gefallen und war ganz selig, dass er mich streicheln konnte. Auch die anderen Menschen geben sich viel Mühe und bücken sich zu mir runter, um mich zu streicheln. Gar nicht so schlecht, wenn fremde Menschen einen Diener vor einem machen! ;o) Und überhaupt: Wenn meine Olle dort durch die Tür geht, wird sie zwar auch begrüßt, aber dann wird gleich nach mir, Hokuspokus, gefragt. Und wenn mein Name im Flur ertönt, öffnen sich Bürotüren und die ganzen netten Menschen kommen raus, um mich zu bewundern. Läuft.

Heute war es ein bisschen anders. Das Begrüßungsritual war zwar wie immer (ich bin immer noch jedes Mal begeistert, wenn sie vor mir auf die Knie fallen), aber danach ging´s nicht wie sonst wieder raus ins Auto sondern in einen ganz kleinen Raum mit vielen Spiegeln. War n bissl eng da drin, weil ja auch noch Leo und Litchi dabei waren. Der Raum hat sich plötzlich bewegt! Woohoooo! Da meine Kumpels ganz gelassen blieben, war ich es auch. Als die Tür wieder auf ging, waren wir wo anders. Magie! Der Raum konnte zaubern! „Wiwiwiwiwiwiwiwi“ Hier wollte ich unbedingt bleiben, denn ich bin ja schließlich Hokuspokus, der kleine Zauberer!

Wir waren auf einem anderen Stockwerk angekommen. Dort waren auch Menschen. Überwiegend alte. Manche haben sich ein bisschen unsicher bewegt oder saßen in Sesseln mit Rädern an den Seiten. Manche haben immer wieder was gerufen, was ich aber nicht verstanden habe. Es hat geklappert, gescheppert und ein bisschen komisch gerochen. Und dann fuhr ein großer Wagen an uns vorbei, der fast den ganzen Flur blockierte. Hm. Hat mich auch alles nicht aus der Fassung gebracht. 

Leo und Litchi sind wie die kleinen Kinder zu den fremden Menschen hingelaufen und haben um Aufmerksamkeit gebettelt. Ts. Voll albern. Dachte ich erst. Aber dann merkte ich, dass sie dort ganz lieb gestreichelt wurden und auch das ein oder andere Leckerli bekamen! „Hey, da bin ich dabei, das ist priiiihiimaaaa!“ Von da an versuchte ich, immer der Erste bei den Leuten zu sein! Auch hier haben sich alle über mich gefreut, obwohl mich nicht mehr alle streicheln konnten, weil sie (laut meiner Ollen) nicht mehr so beweglich waren. Manche guckten uns auch nur an. Aber auch das war OK für mich. Ich lasse mich auch aus der Ferne bewundern, kein Problem!

In einem Bewohnerzimmer, von links nach rechts: Litchi (quasi schon prüfungsreifer Therapiehund), Leo (alter Hase und Praxisanleiter für uns Azubis) und ich (seit heute Erstklässler in der Assistenzhundschule)

Wir zogen von Zimmer zu Zimmer und machten dann auch noch Halt in einem großen Raum, in dem es lecker nach Essen roch. Da saßen auch noch Menschen. Schade, dass ich da nicht noch länger bleiben konnte! Das nächste Mal schaue ich genau unter den Tischen nach, ob ich irgendwo Reste finde …

Zwischendurch wurde ich mal unruhig und zog richtig dolle an der Leine. Und meine Olle hat es tatsächlich gemerkt, dass ich ganz dringend Pipi musste! Sie schickte meinen Ollen (der war heute ausnahmsweise mal mit dabei) mit mir ins Freie und ich konnte meine Blase leeren. Puuuuuh, doch bissl aufregend alles!

Zusätzlich zu den alten Menschen, die sich ja nicht mehr so gut bewegen konnten, wuselten auch noch junge Leute da rum, die sich um die alten Menschen kümmerten. Mädels und Jungs. Ich glaube, die hatten viel zu tun, weil sie immer so beschäftigt aussahen. Die taten mir ein bisschen leid. Denn obwohl sie bestimmt ne Menge zu tun hatten, hielten sie immer kurz bei mir inne und begrüßten mich. Bin sicher, sie wären gerne länger bei mir geblieben. Aber sie mussten weiterwuseln. 

Alles in Allem war es ein toller Ausflug und eine richtig coole Erfahrung! Meine Olle sagt, ich habe mich ganz besonnen und toll verhalten, mir alles genau angeschaut ohne Angst, mit Bedacht. Und wenn es dann OK für mich war, war es auch OK und ich machte einen Haken dran. 

Mein Fazit für heute:

Ab sofort bin ich der Star im Pflegeheim!

Kumpels, sorry, ihr könnt einpacken!

Hokuspokus is in da house! Ich bin´s, der kleine Zauberer. Ich kann machen, dass Menschen gute Laune haben!

„Wiwiwiwiwiwiwiwi“

So. Das war´s für heute. Für den Rest des Tages nehm ich mir frei. 

Frohes Schwitzen, euer

HP

Meine Kumpels und ich zusammen mit unserer Ollen und zwei meiner neuen Lieblingsmenschen, die sich auch ganz toll um die alten Menschen kümmern!

Endlich aufwärts!

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Es gab jetzt schon eine ganze Weile keine Infos mehr zu Jasiri, unserem Tapferen, unserem Mutigen. Aber heute können wir richtig Gutes berichten!

Kurzer Rückblick:

Ende Oktober 2020 haben wir ihn als Notpflegestelle bei uns aufgenommen, weil er in seinem „Eigentlich-Fürimmerzuhause“, in welches er vom Ausland aus vermittelt wurde, nicht mehr erwünscht war – nach nur ein paar Tagen … ***erstes Kopfschütteln*** 

Die Ex-Adoptantin gab ihn uns mit dem Hinweis mit, dass er eine Verletzung am Bein hatte, die aber schon wieder abgeheilt sei. Diese Verletzung habe er sich zugezogen, als sie ihn an einer Kette angebunden hatte. ***zweites Kopfschütteln***

Bei uns Zuhause angekommen, stellten wir fest, dass er ein Loch genau an der Ferse hatte! Und das war offen! ***drittes Kopfschütteln***

Es hat von November 2020 bis Ende Mai 2021 (!) gedauert, bis wir dieses Loch endlich mit Hilfe unseres Tierarztes und der Tierphysiotherapeutin unseres Vertrauens, zahlreichen Medikamenten, Abstrichen, Salben, Laser, Honig und immer wieder Verband und Kragen tragend endlich zu hatten!!! Und während all der Zeit war Jasiri immer vertrauensvoll uns zugewandt, hat nie versucht, uns irgendwie aggressiv zu begegnen. Ja, man hat ihm natürlich angemerkt, dass er das alles nicht toll fand. Aber er hat es getreu seinem neuen Namen, den er bei uns bekam, tapfer und mutig ertragen. 

Jetzt ist er seit einigen Tagen „drogenfrei“ und man merkt, wie es ihm täglich auch körperlich immer ein kleines bisschen besser geht. Gute Laune hat er eh, wenn er bei uns sein kann. Ab jetzt soll es für Jasiri nur noch aufwärts gehen!!

Und weil das so ist, haben wir mit ihm ein Experiment gewagt! Wir haben ihn „angetrailt“! Wer mich kennt, der weiß, dass mein Herz für´s Trailen schlägt. Also die notwendigen Sachen zusammengepackt und los! Zur Sicherheit hab ich mir mal meine Handschuhe angezogen, denn wenn 33 kg vorwärts ziehen, kann das schonmal unangenehm werden …

Das Ergebnis seht Ihr im Video … 

Und ja, ich weiß, dass das weeeeeiiiit entfernt von professionellem Mantrailing ist! Und ja, ich weiß auch, dass man den Hund nicht zutextet! Und ja, ich weiß auch, dass mein Leinenhandling dieses Mal nicht perfekt war! Aber dieser Hund hatte wirklich Spaß, auch wenn es nicht so wirkt!!! Ich bin mega stolz auf unseren „Dicken“ und dass er sich auf das Experiment überhaupt eingelassen hat und tatsächlich auf der Spur entlang gewatschelt ist!!! Dieser Hund kann lachen (man sieht es auf dem Video leider nicht). Und an diesem Tag hat er über das ganze Gesicht gelacht, mit seinem dicken Popo gewackelt und hat sich selbst und uns einen perfekten Tag beschert. Danke, Jasiri! Wir werden das wiederholen, egal, was andere dazu sagen! Und wir machen es, weil du Spaß daran hast, egal, wie es aussieht! Und wir freuen uns ganz doll mit dir, wie du dich am Ende über einen leckeren Snack freust, weil uns da einfach das Herz aufgeht!

Oft ist unperfekt das bessere perfekt!

Jasiri, unser Kugelblitz! :o)

Jou. Ich bin der Neue.

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Jou.

Also.

Hey.

„i i i i i i i i i i“

Mein Kindergärtner (kennt Ihr vielleicht, heißt Mr. Müsli) hat gemeint, ich solle mich hier mal vorstellen. 

Ich bin’s, der Hokuspokus. 

Reicht das?

*****Aua, Mensch Müsli, warum schubst du mich so?****

 „i i i i i i i i i i i i i i“

Boah, noch mehr? Wo bin ich denn hier gelandet? Na gut, ausnahmsweise. 

„i i i i i i i“

Also nochmal: Mein Name ist Hokuspokus und ich wohne seit kurzem bei der Ollen und bei dem Ollen und meinen neuen Kumpels. Falls Ihr Euch fragt, wer die Ollen sind -> Mr. Müsli nennt sie seine Erziehungsberechtigten. Aber das kann ja keiner aussprechen, deshalb nenne ich sie der Einfachheit halber „die Ollen“.  

„i i i i i“

Ich bin im schönen Gera geboren (ich glaub, es war so Mitte März) und dort mit meinen 10 Geschwistern, meinen Eltern, weiteren Hunden und Katzen bei Katja und Tom aufgewachsen. Na ja, soweit man halt wachsen kann in 8 Wochen. Wir hatten viel Spaß, haben jede Menge Unfug getrieben und dort die Bude auf den Kopf gestellt. 

„i i i i i i i i i i i i i i i i i“

Wie Ihr merkt, werde ich ganz schön aufgeregt, wenn ich an die Zeit zurück denke! 

Wie? Ihr merkt es nicht??? Habt Ihr Tomaten auf den Augen bzw. Watte in den Ohren?? Mir rutscht doch immer ein „i i i i i i i i i“ raus, wenn ich aufgeregt bin! Und ich bin schon ab und zu aufgeregt. Vor allem draußen. Beim Spazierengehen. Da muss ich dann immer vor mich hin i-en, bis ich mich bissl beruhigt habe. 

Da ich noch ganz klein bin, war ich logischerweise noch nicht im Stimmbruch. Wenn ich mal so groß bin wie mein Papa Crumble, dann bekomme ich hoffentlich auch so eine tolle Stimme wie er! Er kann ganz laut „Wuuuuwuuuuu!“ machen! Meine Mama Apple Pie kann’s auch, aber die macht es nicht so oft. Warum mein Papa „Wuuuuwuuuu“ macht und nicht „Wau Wau“, wie jeder andere Hund auch? Keine Ahnung. Hängt vielleicht damit zusammen, dass wir „Hounds“ sind, also genauer Bloodhounds. Die reden halt so. Viele meinen ja, wir hätten einen Sprachfehler, aber ich find´s cool. 

„i i i i i i i i i i i i i i i i i i i“

Und bis ich groß bin, muss ich noch an meiner Stimme arbeiten. Bisher kommt halt erstmal nur ein „i i i i i i i“ raus. 

So.

Ich freue mich auf viele Abenteuer bei und mit meinen Ollen!

Fertig.

Katja und meine Olle im Kampf um mich …
Meine erste Autofahrt: Hätte schlimmer sein können!
Im neuen Zuhause erstmal einen guten Platz sichern!
Mein Kindergärtner und ich …
Meine Olle und ich …
Mein erster Jagderfolg …

Mr. Müsli entdeckt die Welt oder „jetzt bin ich doch irgendwie Papa geworden“

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Ich habe mich lange nicht mehr zu Wort gemeldet, weil´s bei uns ne ganze Weile so dahingeplätschert ist, so dass ich Euch nicht mit Alltäglichem langweilen wollte.

Aber hey, das muss ich Euch jetzt doch erzählen! Was hier seit ein paar Tagen abgeht, passt auf keine Kuhhaut mehr!

Aber ganz langsam und von vorne: Meine Erziehungsberechtigte macht ja schon ziemlich lang mit Hunden rum. Quasi schon ihr ganzes Leben. Und ja, sie ist keine zwanzig mehr! Also folglich schon richtig lang … Und ja, sie besucht regelmäßig Seminare und Fortbildungen zu allen möglichen Themen rund um den Hund. Ich frag mich manchmal, warum sie dann immer noch so konfus ist, hehehe …

***AUA, SIE HAT MIR GRAD EINS ÜBERGEBRATEN FÜR DIESE RANDBEMERKUNG, DIE VERSTEHT ECHT MANCHMAL KEINEN SPASS***

So war sie vor knapp 20 Jahren bei ihrem ersten Mantrailing-Seminar. Damals war das noch was ganz Exotisches hier in Deutschland. Heute findet man Trailangebote ja fast an jeder Ecke. Einer der Referenten kam aus den USA und hatte seinen Hund dabei. So ein riesiges Kalb mit Sabberschnute und ellenlangen Ohren. Was soll ich Euch sagen?! Sie hat sich in dieses Kalb verguckt! Wie geschmacksverirrt muss man sein, um solche Geschöpfe toll zu finden?? Ts. Na ja, wie dem auch sei, seitdem ist sie Fan von diesen „Bloodhounds“. Zum Glück hatte sie noch nie einen eigenen von diesen schnarchenden, stinkenden und sabbernden Dingern. Und ich hatte natürlich gehofft, dass das auch in den nächsten Jahrzehnten so bleibt. 

Meine Erziehungsberechtigte, als sie sich in dieses Schlachtschiff verguckte!

Vielleicht hat der ein oder andere von Euch unseren „Aprilscherz“ gelesen, in welchem meine große Liebe Litchi und ich Euch veräppelt haben mit der Ankündigung, dass wir Eltern werden!? Jaaaa, das war lustig! Noch heute bekommen wir Anfragen für unsere Welpen. ***grins*** Dabei wäre das ja eh nicht gegangen, weil Litchi am ersten April ja noch viel zu jung war und noch gar nicht ihre Tage hatte (Ihr wisst schon, was ich meine). Allerdings war es dann ein paar Wochen später soweit und pünktlich zu ihrem ersten Geburtstag hab ich mir große Sorgen um sie gemacht, weil sie blutete und es ihr gar nicht gut ging. Sie war selbst erschrocken darüber, was mit ihr passierte und hatte echt miese Laune. Ich hab´s auch nicht kapiert, denn ich habe ja auch keine Erfahrung mit „sowas“. Ein paar Tage war sie für niemanden ansprechbar aber dann, ja DANN …. Dann verströmte sie auf einmal diesen unwiderstehlichen Geruch und mir wurde ganz glitzerknetig im Kopf! Meine Synapsen schlugen Purzelbäume und ich wollte ihr immer wieder ins Ohr flüstern: „Chérie, lass uns Amore machen!“ Aber meine Erziehungsberechtigte, die blöde Kuh, schob mich immer wieder weg von ihr. Nach zwei Tagen des Umwerbens von Litchi durften wir uns nur noch durch ein Trenngitter sehen und auch nicht mehr im selben Raum schlafen (OK, ich hätte da auch eh an was anderes als schlafen gedacht). Wir waren beide sehr unglücklich über diese Trennung und teilten das auch immer wieder durch Fiepen und Jaulen mit. Natürlich auch nachts, damit meine Erziehungsberechtigte so richtig genervt war! Selbst Schuld, sie hätte uns nur zusammenlassen brauchen, dann wäre Ruhe gewesen. 

Ich war ein paar Tage lang echt völlig neben der Spur, konnte nix frühstücken und war sowas von unruhig. Und dann, von einem Tag auf den anderen, war´s vorbei bei Litchi mit Amore. Sie wurde zickig und wehrte meine Anträge wieder vehement ab. Da soll einer die Weiber verstehen!!!

Na ja, mittlerweile kommen wir wieder ganz gut miteinander aus. Ich flirte sie nur noch ganz selten an. 

Ein anderer Grund, warum ich ein bissl von Litchi abgelenkt bin, ist die Tatsache, dass wir vor ein paar Tagen einen schönen Ausflug gemacht haben. Schön deswegen, weil ich zunächst dachte, dass wir alle zusammen ne tolle Runde irgendwo im Grünen drehen, wo ich so richtig Spaß haben kann. Aber leider PUSTEKUCHEN! Statt Abenteuerwanderung saßen wir gefühlte Ewigkeiten im Auto, machten nur kurze Pipipausen und als wir etwas länger anhielten, durften weder ich noch meine Kumpels mit aussteigen. Nach kurzer Zeit kamen meine Erziehungsberechtigten zurück und hatten ES im Gepäck!!! Ja richtig, genau so ein ES, wie dieses Riesenvieh, in das sich meine Erziehungsberechtigte vor so vielen Jahren verguckt hatte! Alter! Hey! Was sollte das??? ES durfte sogar vorne mitfahren, „damit ihm nicht schlecht wird bei seiner ersten Autofahrt“! Hallohooo?!? Mir doch egal, ob dem schlecht wird. Wenn ES irgendwelche Flecken ins Auto macht, dann bringen wir ES halt umgehend zurück, oder?! Also ich war ziemlich irritiert von der ganzen Sache.

ES bei seiner ersten Autofahrt

ES kam mit uns nach Hause und bekam sein eigenes Bettchen, seinen eigenen Napf und sein eigenes Futter. Ohooo, unser normales Futter war wohl nicht gut genug für das Ding, was?!? Egal. Soll ES doch dieses stinkende Welpenfutter fressen, macht mir gar nix aus. 

Ich beschloss, mir die Sache erstmal 1-2 Tage anzusehen. Und soll ich Euch was sagen? Das Ding war richtig lustig! Und ES brachte meine Erziehungsberechtigte dazu, mehrmals in der Nacht mit ihm in den Garten zu gehen, damit ES sich „lösen“ kann. Weil ich da dann auch jedes Mal mit wach war, taperte ich also auch mit in den Garten. Könnte ja was verpassen. Hab aber nix verpasst. Mittlerweile bleib ich liegen, wenn die Beiden nachts wieder ihre Gartenrunde drehen. 

Mittlerweile finde ich ES sogar richtig gut! Ich mag ES! Ich glaube, ich werde ES adoptieren! Und genau hier schließt sich der Kreis! Wenn ich schon keine Babys mit Litchi haben darf, dann bin ich jetzt der Kindergärtner von ……. HOKUSPOKUS! Jaaaa, er hat auch einen eigenen Namen bekommen. Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit mit HOKUSPOKUS, dem kleinen Zauberer! 

Hokuspokus und sein Kindergärtner

Und wenn ich Zeit habe, dann erzähle ich Euch, wie er sich bei uns einlebt und was wir weiter so treiben. Aber jetzt muss ich erstmal wieder meinen Pflichten nachkommen und gucken, welchen Unfug der Kleine jetzt wieder ausheckt!

ES hat seine erste Beute gemacht! : o)

In diesem Sinne viele Grüße vom vielbeschäftigten Mr. Müsli

Macht sich hier eigentlich noch irgendjemand Gedanken …?! oder „Rücksicht ist die neue Intelligenz“

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Ich war heute mit meinen beiden „Gemütlichen“ spazieren. Der Eine ist knapp 15 Jahre alt, taub und sieht auch mittlerweile nicht mehr ganz so gut. Entsprechend kann es schon mal vorkommen, dass er sich erschreckt, wenn sich von hinten etwas nähert. Der Andere lebte einige Jahre auf der Straße und dann in einem Shelter und ist als Notfall bei uns gelandet und durfte bleiben. Durch seine Lebenserfahrung auf der Straße kann er sehr gut „hündisch“. 

Wir machten unterwegs eine kleine Pause an einer Bank und genossen die Sonne und die Natur. Schön, wie warm die Sonne schon macht! Die Vögel zwitscherten und wir dösten einfach ein bisschen vor uns hin. Ich glaube nicht, dass weder ich noch einer meiner Hunde ausgestrahlt hat: „Kommt ganz nah zu uns und stört uns ungefragt in unserer Pause, wir wollen unbedingt Kontakt bzw. haben voll die Langeweile …“. Nein, ich glaube es einfach nicht. Eigentlich bin ich mir sicher, dass wir das nicht ausgestrahlt haben. 

Und was passierte? Genau. Das. Das, was unzählige Male passiert, wenn Leute einfach nicht nachdenken. 

Eine Dame mit Hund kam um die Ecke und erblickte uns. Ihr Hund sah uns auch und tippelte ein paar Schritte in unsere Richtung. Konnte er ja. Hatte ja Flexileine dran. Und bestimmt war der Arretierknopf kaputt. Die Dame schaute ihrem Hund zu, wie er auf uns zu kam. Mein Hunde-Opi hatte die Augen geschlossen und döste immer noch vor sich hin. Der Straßenhund setzte sich auf und beobachtete die Situation. Statt endlich mal den Stopp-Knopf an der Flexileine zu drücken, lief die Dame ihrem Hund hinterher mit den Worten: „Meiner muss da jetzt hin. Geht das gut?“ Da ich solche Situationen ja zur Genüge kenne, antwortete ich nur: „Das werden wir sehen.“

Also ganz ehrlich, wenn mir jemand so etwas sagen würde, dann würde ich unverzüglich meinen Hund zurück pfeifen. Es suggeriert doch, dass es ggf. auch mal ins Auge gehen könnte und die anderen Hunde halt mal keinen Bock auf Hallo-Sagen haben, oder?! Aber offensichtlich kam das bei der Dame nicht so an. Es passierte das, was so oft passiert: Der Hund stand vor uns, mein Hunde-Opi erschreckte sich, der Straßenhund stellte sich vor den Hunde-Opi und schirmte ihn ab. Die Dame schaute zu, wie sich die Hunde beschnüffelten. Irgendwann zog sie ihren Hund dann doch weiter mit den Worten: „Ach, meine ist ja schon alt und auch nicht mehr so flott“. Ich saß die ganze Zeit weiter ruhig auf der Bank. Ich konnte im Vorfeld an der Körpersprache der Hunde erkennen, dass das Aufeinandertreffen friedlich ablaufen würde. Hätte ich etwas anderes gesehen, dann wäre ich ganz sicher aktiv geworden. So habe ich es einfach laufen lassen. Und wieder mal den Kopf geschüttelt.

Warum gibt es immer wieder Leute, die einfach nicht fragen, ob ein Hundekontakt in diesem Moment OK ist??? Die Dame ist sicherlich eine ganz Nette, aber ich unterstelle ihr, dass sie keine Ahnung hat von Hundekommunikation und dass sie ihren Hund zu jedem anderen hin lässt, der ihr in die Quere kommt. Und am Ende ist dann halt mal das Geschreie groß, wenn es statt friedlich feindlich zugeht. Und es ist ja dann immer der andere Hund, nie der eigene. Der Eigene tut ja nix. Außer vielleicht mal einen anderen erschrecken. Oder provozieren. Oder, oder …

Boah, ey. Manche raffen es einfach nicht. Ist es wirklich zu viel verlangt, mal kurz nachzufragen, bevor man seinen Hund zu fremden Hunden hin lässt? Ich bin an und für sich ein friedliebender und umgänglicher Mensch, aber auch ich muss deshalb nicht mit jedem in den Urlaub fahren oder einen trinken gehen! Und genau so geht es unseren Hunden auch! 

Einfach mal nachdenken. Wegen einer kurzen Frage ist noch niemandem ein Zacken aus der Krone gebrochen. Und ganz oft geht es nach dem Nachfragen ja auch gut. Aber manchmal halt auch nicht. Aus Gründen, die vielleicht nur der andere Besitzer kennt. Dann lässt man es eben mit dem Hallo-Sagen. Danke!

Man sieht es nicht, welcher von Beiden taub ist, oder?!

Gedanken zum Thema eigener Hund

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Gestern war ich (mal wieder) mit einem unserer Hunde beim Tierarzt. Wir haben ihn von einer Tierschutzorganisation übernommen. Er kommt aus dem Ausland und ist schon etwas älter. Lt. Tierschutzorganisation lebte er 3 Jahre auf der Straße und dann 4 Jahre bei ihnen im Shelter. Er war sehr krank, als man ihn auf der Straße aufgesammelt hat. Er lag am Straßenrand und die Passanten traten nach ihm, damit er weggeht. Im Shelter hat man ihn dann aufgepäppelt und all seine Wunden und Krankheiten behandelt. Es ist ein großer Hund. Ein Mischling. Viele würden sagen, dass er „keine echte Schönheit“ ist. In den Jahren im Shelter hatte er keine einzige Anfrage für eine Adoption. Bis ihn dann doch plötzlich jemand aus Deutschland adoptieren wollte! Seine Papiere wurden fertig gemacht, der Tierarztcheck durchgeführt und er durfte die Reise in ein neues, schönes Leben antreten! Das hoffte man zumindest für ihn. 

Es kam allerdings zunächst ganz anders. 3 Wochen nach Ankunft bei seinem ersten eigenen Menschen in Deutschland wollte ihn die Dame schon wieder loswerden. Angeblich würde er Katzen jagen. Und das geht ja gar nicht! Also tschüss, weg mit dir! Bemühungen, dass er sich an die Katzen gewöhnen könnte oder gar die Zusammenarbeit mit einem Hundetrainer wurden kategorisch abgelehnt (zu viel Aufwand, zu teuer, keine Zeit). Es gab heftige Diskussionen und am Ende fragte uns die Tierschutzorganisation, ob wir ihn notfallmäßig kurzfristig bei uns aufnehmen könnten. 

Menschen sind manchmal komisch. Und ich kann nicht alles verstehen, was sie tun oder nicht tun. Die Dame hat keinen Finger mehr für diesen Hund gerührt und überließ die Abholung komplett der Tierschutzorganisation. Eigentlich sollte man doch denken, dass sie hätte erleichtert sein müssen, dass man ihr den Hund zeitnah wieder abnimmt und dass sie sich zumindest ein bisschen mit selbst darum kümmern würde, dass der Hund zu einem neuen Übergangsplatz kommt. Stattdessen setzt sie der Tierschutzorganisation die Pistole auf die Brust frei nach dem Motto: „Wenn der bis morgen nicht weg ist, dann setze ich ihn bei Ebay rein!“

Also sind mein Mann und ich losgefahren ihn abzuholen. Dort angekommen, sah das Anwesen recht gut aus. Eine Art Bauernhof. Mit „Herrschaftshaus“. Dann standen wir vor dem Hofeingang. Überall hingen Decken auf Leinen, Näpfe standen im ganzen Hof verteilt, viele Hunde und Katzen liefen frei im Hof herum. Aus den angrenzenden Scheunen hörte man es überall bellen. Die Hunde sahen auf den ersten Blick nicht schlecht aus – waren aber alle durch die Bank weg super fett. Wo waren wir hier gelandet? Hundehändler? Wir mussten draußen warten, bis man uns den Hund brachte, der offensichtlich in einem der Nebengebäude untergebracht war. Plötzlich erklang heftiges Geschreie, Fluchen und ein kurzes Jaulen. Und ein Huhn flog hoch. Wir schauten uns an und mussten trotz allem grinsen: Wollte sich der Hund eine gefiederte Wegzehrung mitnehmen? Vielleicht. 

Sie brachte uns den Hund, der sofort freundlich auf uns zu kam und sich anfassen ließ. Die Dame erklärte uns, dass er bis dahin bei ihr in einer Pferdebox gelebt und das Wohnhaus noch nie betreten hatte. Aha. Interessant. Ich weiß, dass in den Schutzverträgen der Tierschutzorganisation steht, dass dem Hund Familienanschluss und ein Leben im Haus gewährt werden muss. Hat ja nicht so geklappt. Und an der Ferse hatte er eine Verletzung, die er sich angeblich zugezogen hatte, „als sie ihn an einer Kette angebunden hatte und er wieder eine Katze jagen wollte“. Also quasi selbst schuld, der dumme Hund!

Ich brauchte meine ganze Impulskontrolle, um nicht richtig unhöflich zu werden. Am Ende durften wir den Hund mitnehmen und gingen erstmal ein paar Meter am Feld spazieren. Dieser Hund war ebenfalls unförmig fett und hatte schlechtes Fell. Und eben diese Verletzung am Bein. Aber er folgte uns anstandslos. Und seine Augen bekamen ein ganz kleines bisschen Glanz, als wir ihn streichelten. 

Die Fahrt zu uns war der Horror für ihn! Ins Auto einsteigen ging nur mit Schieben und Drücken. In die Hundebox ging er gar nicht, also musste er „frei“ mitfahren. Er war total gestresst und wäre am liebsten durch ein Fenster geflüchtet. Zu Hause angekommen gingen wir erstmal wieder eine kurze Strecke mit ihm spazieren. Danach lernte er auf meinem Hundeplatz die anderen Hunde kennen. Dabei gab es Null Probleme, er war freundlich und nett und wurde auch von unseren Hunden gleich gut aufgenommen. Danach kam aber schon das nächste Problem: Er sollte mit ins Haus kommen. Und jetzt bewege mal einen panischen, 33 kg schweren Hund, wenn der nicht will! Es blieb nichts anderes übrig, als ihn wieder hineinzuschieben/-ziehen. Dort legte er sich sofort auf ein Hundeplätzchen und blieb da zwei Tage liegen. Nach diesen zwei Tagen traute er sich zum ersten Mal ein paar unsichere Schritte über den Fliesenboden zu laufen. Er hangelte sich quasi von Teppich zu Teppich, immer zwischendurch auf den Fliesen ausrutschend. Es dauerte ungefähr zwei weitere Wochen, bis er sich einigermaßen im Haus bewegen konnte. Noch heute hat er Angst auf fremden glatten Böden und würden am liebsten Reißaus nehmen. 

Dieser Hund ist besonders. Ich weiß, das sage ich von allen unseren Hunden. Aber dieser ist besonders besonders. Er ist so unaufdringlich und zurückhaltend, er fordert nichts, er macht nichts kaputt und erledigt sein Geschäft immer brav draußen. Er ist von seiner Art her ein ganz sensibler und feiner Hund. Er ist jetzt schon eine Weile bei uns und mittlerweile haben wir ihn adoptiert. Er hat sein Fürimmerplätzchen bei uns gefunden! 

Auch nach dieser Weile blüht er immer noch weiter auf und zeigt uns Seiten von ihm, die mich teilweise beschämen. Er hat sicherlich viele unschöne Dinge in seinem Leben durchgemacht und trotzdem hat er uns sein Vertrauen geschenkt. Das ist so unglaublich und wunderbar! Wenn ich ihn vorher irgendwo gesehen hätte, dann wäre er nicht meine erste Wahl gewesen, das gebe ich offen zu. Aber wenn er jetzt fröhlich neben mir her watschelt (ja, er hat ein bisschen Plattfüße und schielt auch leicht), dann ist meine Welt in Ordnung. Und seine offensichtlich auch. Er ist aus unserer Hundemeute nicht mehr wegzudenken und wir tun alles, damit es ihm gut geht. 

Warum schreibe ich das alles? Weil ich, wie eingangs erwähnt, gestern wieder mit ihm beim Tierarzt war wegen seiner Ferse. Die ist immer noch offen von dem angeblichen „Kettenunfall“. Jetzt bekommt er ein Antibiotikum und wir hoffen, dass es damit endlich abheilt. Wenn nicht, dann stehen weitere Untersuchungen an. Evtl. könnte eine nicht-heilende Wunde auch mit der Leishmaniose zusammenhängen, die er hat(te). Viele Hunde aus dem südlichen Ausland haben Leishmaniose. Oft ist sie mit Medikamenten in Schach zu halten. Aber manchmal auch nicht. Er hatte, als man ihn auf der Straße aufgesammelt hatte, noch weitere Krankheiten. Wir müssen deswegen in regelmäßigen Abständen einen Gesundheitscheck machen lassen. Der ist nicht gerade günstig. 

Da wir mehrere Hunde haben, darunter auch unsere beiden jungen Wilden, habe ich mich noch nach Zeckenschutz erkundigt. Ich verwende normalerweise Zeckenhalsbänder. Aber ich befürchte, dass die bei den ständigen Ringkämpfen unserer Youngster nicht lange am Hund sind. Da wäre dann vielleicht z.B. eine Tablette besser. Die Tierärztin besprach mit mir unterschiedliche Zeckenschutzmittel und nannte mir auch die entsprechenden Preise. Umgerechnet aufs Jahr sind die Tabletten um einiges teurer als meine bisherigen Halsbänder. Und dann kam der Spruch der Tierärztin, der mich überhaupt erst zu diesem Artikel hier inspiriert hat:

„Na, wenn Sie so viele Hunde haben, dann müssen Sie auch für sie aufkommen! Ansonsten sollten Sie vielleicht einfach weniger Hunde halten.“

Sie ist eine tolle Tierärztin und ich weiß, wie sie es gemeint hat. Wir mussten beide lachen! Selbstverständlich bekommt jeder unserer Hunde den passenden Zeckenschutz!

Aber was ist, wenn jemand das nicht bezahlen kann? Oder wenn jemand mit anderen Tierarztkosten völlig überfordert ist? Weiß wirklich jeder Hundebesitzer, wie viel Geld er im Laufe eines Hundelebens in die Hand nehmen muss? Und ich meine nicht nur die außerplanmäßigen Ausgaben für Krankheiten oder gar eine Operation. Wer hat schonmal aufgeschrieben, wieviele laufende Kosten im Monat für seinen Hund anfallen? Und wer hat es hochgerechnet auf 12 – 15 Jahre? Ein Kleinwagen würde da rausspringen! Wahnsinn, oder?!

Ich bin niemand, der fünfundneunzig Halsbänder und dreiundsechzig Leinen für seine Hunde hat. Ich stehe auch nicht auf Chichi. Bei mir muss es praktisch, robust und alltagstauglich sein. Na ja, bissl gut aussehen sollte es natürlich trotzdem. 

Ich bin hauptberuflich Hundetrainerin. Und ich habe zugegebenermaßen manchmal einen etwas gewöhnungsbedürftigen Humor. Aber den verliere ich ganz schnell, wenn mir jemand sagt, dass er mit den Anschaffungskosten und den normalen Futterkosten für seinen Hund schon am Limit ist. Das kann es nicht sein! Bitte, bitte, liebe zukünftige Vielleicht-Hundebesitzer, überlegt euch gut, ob ihr euch einen Hund auch wirklich leisten könnt! Und das über viele, viele Jahre! Und auch, wenn er krank wird! Und auch, wenn er alt ist! Ich verstehe es nur zu gut, dass der Wunsch nach einem eigenen Hund sehr groß sein kann. Aber wäre es nicht der Horror, wenn ihr euren geliebten Hund abgeben müsstet, weil mal eine außerplanmäßige Behandlung ansteht, weil er sich z.B. verletzt hat? Das kann immer passieren! Auslandshunde bringen zusätzlich nicht selten Krankheiten mit, die ihr Leben lang behandelt werden müssen, das geht ins Geld!

Diese Kosten müsst ihr mit einbeziehen, wenn ihr darüber nachdenkt, einen Hund zu euch zu nehmen. Alles andere ist kurzfristig gedacht und dem Hund gegenüber mehr als unfair. Es gibt auch andere Möglichkeiten, sich für Hunde zu engagieren ohne sich finanziell über Jahre zu binden. Viele Tierheime freuen sich über zuverlässige Gassigänger. Oder ihr denkt mal darüber nach, einem Hund eine vorübergehende Pflegestelle zu bieten, bis er in sein Fürimmerzuhause ziehen darf. Oder ihr unterstützt einen Tierschutzverein/ein Tierheim mit den finanziellen Mitteln, die für euch möglich sind. Es gibt wirklich viele Gelegenheiten, sich für Hunde einzusetzen, ohne einen eigenen haben zu müssen. Man muss nur ehrlich zu sich selbst sein (und realistisch) und dann entscheiden, ob ein eigener Hund passend ist. Mir bricht es das Herz, wenn Hunde unüberlegt angeschafft und dann nach einer Weile wieder „entsorgt“ werden. Es sind so tolle Lebewesen, jeder von ihnen hat doch ein gutes und beständiges Zuhause verdient. 

Bitte entscheidet nicht nur nach dem Herzen, sondern vergesst auch nicht, eine Hundeanschaffung durchzukalkulieren! Danke! 

Von Tierschutz, Tier-Schützern und wie man sich Pflegestellen und Adoptanten vergrault

Kategorie: Blog.

Tierschutz – was ist das für mich? Sagt der Name ja schon: Tier-Schutz, also dass Tiere geschützt werden sollen. Geschützt vor dem Leben auf der Straße (vielleicht gefällt ihnen das Leben auf der Straße ja?), vor Leiden und Krankheiten, die sie nicht ohne menschliche Hilfe bewältigen können, vor Schmerzen und nicht artgerechter Behandlung (dazu muss man wissen, was artgerecht überhaupt bedeutet), vor Quälereien durch andere Lebewesen (ja, dazu gehört auch der Mensch), usw. Also alles, was wir Menschen meinen, das dazu beiträgt, dass es dem Tier besser geht als in seiner aktuellen Situation. Sprich alles, was dem Tier zu einem artgerechten und glücklichen Leben verhilft. Und was genau das ist, definiert der Mensch. Der Tier-Schützer.

Es gibt unzählige Tierschutzorganisationen im In- und Ausland, die sich für das Wohl von Tieren einsetzen. Oder es zumindest vorgeben. Die meisten arbeiten mit Pflegestellen. D.h. das Tier wird z.B. direkt von der Straße, aus einem Shelter/Tierheim oder einer Tötungsstation „gerettet“ und bei einer Pflegestelle untergebracht, von der aus es dann an die Adoptanten vermittelt werden soll oder direkt von der Pflegestelle adoptiert wird. 

Wir haben zwischen Februar 2020 und November 2020 sage und schreibe 3 Hunde vom gleichen Tierschutzverein übernommen. Nur einen davon haben wir uns bewusst ausgesucht, die anderen beiden kamen als „Rückläufer“ zum Verein zurück und wir hatten uns bereit erklärt, sie als Pflegestelle kurzfristig bei uns aufzunehmen und somit dem Verein zweimal aus der Patsche geholfen. Auch die beiden Notfälle durften bei uns bleiben und wir sind sehr froh, dass wir sie haben. 

Im November 2020 entschlossen wir uns, noch einem weiteren Hund aus diesem Verein ein Zuhause zu geben, der schon über 3 Jahre darauf wartete, dass sich jemand für ihn interessiert. Wir haben den Hund bewusst ausgesucht und der Verein wusste auch, dass wir ihn behalten würden, wenn alles klappt. 

Leider bekamen wir dann einen Tag vor der Ausreise am 12.02.21 die Schocknachricht, dass es nicht möglich war, bei „unserem“ Hund einen Giardientest durchzuführen (was uns vorher zugesichert wurde, weil wir auch einen alten Hund haben und diesen keiner gesundheitlichen Gefahr aussetzen wollten). Der Verein gab zu, dass es sein Versäumnis war, wollte aber natürlich, dass der Hund am nächsten Tag ausreist. Und wir hatten uns ja auch schon seit über 3 Monaten auf ihn gefreut und einiges für ihn vorbereitet! Wir einigten uns darauf, dass der Hund nach Deutschland auf eine Quarantänestelle kommt und sobald der Giardientest negativ ist, dann zu uns übersiedelt. Wir erklärten uns sogar bereit, „unseren“ Hund am Übergabeort abzuholen und ihn zur Quarantänestelle zu fahren. Als der Fahrer mir den Hund übergab, sind mir fast die Tränen gekommen vor Freude! Der Hund war überaus zutraulich zu uns, freute sich und ließ sich ausgiebig kraulen. Auch auf dem kurzen Spaziergang, den wir nach dem langen Transport mit ihm machten, schloss er sich uns vertrauensvoll und neugierig und ohne jede Scheu an. Wir waren begeistert und froh, dass er die lange Fahrt gut überstanden hatte! Endlich hatten wir ihn bei uns! Jetzt musste nur noch ganz schnell die Quarantäne vorbei gehen!

Den Leuten, die „unseren“ Hund in Quarantäne nahmen, war klar, dass der Hund bei uns seine Pflegestelle und mit ziemlicher Sicherheit auch seine Endstelle hatte. Leider ist es aber nunmal so, dass man den Menschen nur bis vor die Stirn schauen kann. In der Woche der Quarantäne (ich hatte den Hund dort sogar besucht und er hat mit mir gekuschelt, als ob wir uns schon ewig kannten) wurde hinter unserem Rücken gewerkelt und getan und gemacht. Heute hätte ich ihn eigentlich dort abgeholt. Aber heute früh rief mich die Vorsitzende des Vereins an, dass die Leute sich in den Hund verliebt hätten und ihn behalten wollen! Und somit wurde der Hund einfach anderweitig vermittelt, ohne uns zu hören. Dass wir uns schon seit Monaten in den Hund verguckt hatten und bereits 3 Hunde von diesem Verein hatten, spielte auf einmal keine Rolle mehr. Und dann kamen die ganzen Sprüche von wegen alles zum Wohl des Hundes, dann muss er nicht nochmal zu euch umziehen blablabla. 

Es gab kein einziges für uns nachvollziehbares Argument, warum es der Hund dort besser haben sollte als bei uns. Ohne uns wäre der Hund gar nicht erst ausgereist! Und ohne das Versäumnis des Vereins wäre der Hund gleich zu uns gekommen! Dafür wären wir dann gut genug gewesen. 

Wir sind dem Verein bekannt, haben Geld- und Sachspenden gesammelt, sie wissen, dass wir alles für unsere Hunde tun, aber dann gibt man den Hund doch lieber zu fremden Leuten, die sich mal eben „in ihn verliebt haben“! Ich weiß nicht, was da alles gelaufen ist. Vielleicht liegt es ja daran, dass die Leute von der Quarantänestelle Geschäftsleute sind, die sich einfach immer das nehmen, was sie wollen? Wenn Tier-Schutz so aussieht, dass man die dazugehörigen Menschen auf solch eine Art und Weise behandelt, dann bin ich definitiv raus. Mein Mann und ich sind heute aus dem Verein ausgetreten. Er verliert somit nicht nur eine zuverlässige, kompetente Pflegestelle sondern auch Menschen, die es ehrlich mit dem Tier-Schutz gemeint haben. 

Ich bin maßlos enttäuscht, traurig und wütend, wie man mit uns umgegangen ist.

Meine Hilfe für die Streuner in Sizilien hat sich erledigt. 

Wenn jemand darüber nachdenkt, einen Hund aus dem Tierschutz zu übernehmen, dann kann ich nur eindringlichst zur Vorsicht raten! Sichert euch so gut es geht ab, seid nicht leichtgläubig und gutmütig schon gar nicht. Ich wünsche es niemandem, dass er so eine Erfahrung machen muss! Es bricht mir das Herz, wenn ich an „unseren“ Hund denke. 

Und wenn jemand einen wirklich GUTEN, SERIÖSEN und ZUVERLÄSSIGEN Tierschutzverein empfehlen kann, dann bitte melden! Wir sind nach wie vor bereit, uns für Tiere in Not auf vielfältige Weise einzusetzen, allerdings nicht mehr um jeden Preis!

Tierschutz funktioniert nur, wenn Menschen verlässlich zusammenarbeiten. 

Mach’s gut, kleine Ember, es hat nicht sollen sein! Du kannst nichts dafür, du bist ein toller Hund!